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Spargel historisch & kurios |
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Was der alte Lucull schon schätzte... Wandmalereien sollen beweisen, dass bereits die alten Ägypter vor 5.000 Jahren den Spargel kannten und den Pharaonen als Delikatesse servierten. Historisch belegt ist der Spargel allerdings erst seit etwa 500 v.Chr. In China, Persien und auch Griechenland galt der Spargel als vielseitige Heilpflanze, die beispielsweise zur Linderung von Zahnschmerzen oder Bienenstichen eingesetzt wurde daher auch der botanische Name Asparagos officinalis. Die von den Hellenen als asparagos (= Stiel, junger Trieb) bezeichnete Pflanze war eine Art grüner Wildspargel mit dünnen Stangen, die eher an Grashalme erinnerte.
Erstmals als Gemüse kultiviert wurde der Spargel von den Römern. Der auch heute noch sprichwörtliche Feinschmecker Lucius Licinius Lucullus soll bereits vor rund 2.000 Jahren festgestellt haben, dass nur der ein wahrer Meisterkoch ist, dem es gelingt, Spargel ohne weitere Zutat in wonnigster Vollendung aufzutischen. Hätte Lucull schon die Sauce Hollandaise Spezialitäten von Knorr gekannt, wäre er sicher zu der Überzeugung gelangt, dass erst eine feine Sauce das edle Gemüse perfekt abrundet...
Schon damals war der Spargel eine hochwertige Delikatesse, die ihren Preis hatte um den Spargel auch für die Bürger erschwinglich zu machen, regelte Kaiser Diokletian im Jahre 304 per Erlass den zulässigen Höchstpreis für das begehrte Gemüse. Vermutlich waren es ebenfalls die Römer, die den Spargel im heutigen deutschsprachigen Raum populär machten, wenn er auch noch viele Jahrhunderte lang als Heilpflanze ein verkanntes Dasein fristete. Nachdem Frankreichs Hochadel das königliche Gemüse längst für sich entdeckt hatte, bekamen auch die deutschen Verwandten langsam Appetit auf Spargel. Mitte des 16. Jahrhunderts wurden im Stuttgarter Lustgarten die ersten Spargelbeete gepflanzt und der Siegeszug des Edelgemüses begann.
Von Norddeutschland ausgehend, wurde der bis dahin dominierende grüne Spargel allmählich auch im Süden des Landes von der weißen Variante abgelöst. Lange experimentierten die Spargelbauern mit abenteuerlichen Konstruktionen wie Flaschen und Glasglocken, um die zarten Stangen vor der Sonneneinstrahlung zu schützen, bis endlich die so einfache wie geniale Idee der Erdwälle geboren war.
Museumsreif Im 1985 eröffneten europäischen Spargelmuseum in Schrobenhausen findet der Spargel-Fan allerlei interessante Informationen rund um die leckeren Stangen. Neben Wissenswertem zu Geschichte, Sorten und Anbau gibt es hier auch eine große Sammlung von historischem Spargelgeschirr und besteck sowie Gemälden rund um den Spargel zu entdecken. Mehr zum ganzjährig geöffneten Museum unter www.schrobenhausen.de
Ja, wir san mitm Spargel da... Sowohl entlang der niedersächsischen Anbaugebiete als auch in Südbayern haben die Produzenten und Verbände Spargelradwege eingerichtet, auf denen der interessierte Verbraucher gemütlich die Anbaugebiete erkunden kann. Gesäumt von Spargelfeldern führt die Tour zu Erzeugern und Gasthöfen, die natürlich während der Saison stets frischen Spargel im Angebot haben.
Rekordverdächtig Das weltgrößte Spargelessen fand nach Auskunft der Veranstalter 1994 in Kiel statt. Für 2.400 Gäste schälte und verarbeitete die Kochmannschaft rund 1.300 Kilogramm frischen deutschen Spargel. Mit von der Partie war der Weltmeister im Spargelschälen, Helmut Zipner, ebenfalls aus Kiel. Der Koch aus dem hohen Norden kann 1.000 Kilogramm des edlen Gemüses nonstop in elf Stunden und 24 Minuten schälen!
Meeresspargel Mit einer ganz neuen Züchtung wollen Wissenschaftler zukünftig den Hunger in der Welt bekämpfen. Der so genannte Meeresspargel (Salicornia) wächst dort, wo sonst keine Pflanze gedeiht, auf Wüstensand und im salzigen Meerwasser. Probeläufe auf einer Farm in Eritrea haben an Wildspargel erinnernde Stangen mit deutlich salzigem Geschmack hervorgebracht, die bei Gourmets in Frankreich und Amerika als dernier cri, der letzte Schrei, gelten.
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